GVO-Baumwolle -faser

Baumwolle (Gossypium spec.) hat einen weltweiten Anteil von ca. 40% aller Textilien und ist damit die wichtigste Naturfaser. Die Weltproduktion betrug 2007 rund 25 Millionen Tonnen, die auf 35 Millionen ha in über 50 Ländern angebaut wurden.

Der Anteil der nach „biologischen“ Kriterien produzierten Baumwolle (organic, kBA, bio, öko, green cotton etc.) ist zwar noch verschwindend gering – weltweit nur etwa 1% – steigt aber kontinuierlich. Die Voraussetzungen für kontrolliert biologischen Anbau werden in den deutschsprachigen Ländern in der so genannten Öko-Verordnung ( EG-Verordnung 2092/91) definiert.

Andere große Absatzmärkte (EU, USA, Japan) verfügen über entsprechende Gesetze, um eine Basis für kontrolliert biologischen Anbau festzulegen. So dürfen beispielsweise keinerlei synthetische Pestizide, Insektizide sowie synthetische Dünger verwendet werden, die Baumwolle soll manuell geerntet werden, das heißt, ohne Einsatz von Entlaubungsmittel und die Fruchtbarkeit des Bodens ist zu erhalten bzw. zu verbessern .

Bei allen Unterschieden zwischen den einzelnen Verordnungen gibt es einen gemeinsamen Nenner – das absolute Verbot von Gentechnik.

2007 wurden auf insgesamt 43% (15 Millionen ha) der globalen Baumwoll-Anbaufläche ca. 20 verschiedene gentechnisch veränderte Baumwolllinien gepflanzt. In Indien sind derzeit 66%, in China 68% und in den USA und Argentinien jeweils über 90% der geernteten Baumwolle gentechnisch verändert.

Unbeabsichtigte Vermischungen von ökologischer und gentechnisch veränderter Baumwolle sind im Zuge globaler Warenströme kaum zu vermeiden. Auch absichtliches Mischen dürfte angesichts des deutlich höheren Preises für ökologische Baumwolle nicht ausgeschlossen sein.

Zertifizierungsprogramme und Standards, die den „organic“ Status garantieren, verzichten bislang auf eine analytische Überprüfung dieses Problems.

Wir haben ein Verfahren entwickelt, um gentechnische Veränderungen in Baumwoll-Fasern zu detektieren.

Hierzu bieten wir aktuell folgende Untersuchungen an:

  • Qualitatives Screening; mit dieser Untersuchungsmethode können alle zugelassenen GVO Baumwollvarietäten detektiert werden, ohne jedoch eine genaue Identifizierung der entsprechenden GVO Baumwollvarietät zu ermöglichen
  • Direktes Quantifizierung; bei dieser Untersuchungsmethode kann aufgrund des sogenannten „35S-promotors“ eine Aussage über die GVO Baumwollvarietät getroffen werden definiert.

Hintergrund

Baumwolle hat einen weltweiten Anteil von ca. 40% aller Textilien und ist damit die wichtigste Naturfaser. Die Weltproduktion betrug 2007 rund 25 Millionen Tonnen, die auf 35 Millionen ha in über 50 Ländern angebaut wurden (1). Der Anteil der nach „biologischen“ Kriterien produzierten Baumwolle (organic, kBA, bio, öko, green cotton etc.) ist zwar noch verschwindend gering – weltweit nur etwa 1% (2) – steigt aber kontinuierlich. Die Voraussetzungen für kontrolliert biologischen Anbau werden in den
deutschsprachigen Ländern in der so genannten Öko-Verordnung ( EG-Verordnung 2092/91) definiert. Andere große Absatzmärkte (EU, USA, Japan) verfügen über entsprechende Gesetze, um eine Basis für kontrolliert biologischen Anbau festzulegen.

So dürfen beispielsweise keinerlei synthetische Pestizide, Insektizide sowie synthetische Dünger verwendet werden, die Baumwolle soll manuell geerntet werden, das heißt, ohne Einsatz von Entlaubungsmittel und die Fruchtbarkeit des Bodens ist zu erhalten bzw. zu verbessern (3).
Bei allen Unterschieden zwischen den einzelnen Verordnungen gibt es einen gemeinsamen Nenner – das absolute Verbot von Gentechnik.
2007 wurden auf insgesamt 43% (15 Millionen ha) der globalen Baumwoll-Anbaufläche ca. 20 verschiedene gentechnisch veränderte Baumwolllinien gepflanzt. In Indien sind derzeit 66%, in China 68% und in den USA und Argentinien jeweils über 90% der geernteten Baumwolle gentechnisch verändert (4).

Die wichtigsten Ziele dieser Veränderungen sind:

  • Resistenzen gegen Schädlinge, z. B. gegen den Baumwollkapselwurm (Bt-Baumwolle)
  • Toleranz gegen Herbizide, z. B. gegen die Wirkstoffe Glyphosat (RoundUp Ready) und Glufosinat  (Liberty Link)
  • Anpassung an abiotische Faktoren wie Kälte, Hitze, Trockenheit, Salz
  • Veränderte Fasereigenschaften, z. B. Optimierung von Länge und Stärke der Baumwollfasern

Zwischen 2001 und 2005 stiegen die weltweiten Verkäufe biologischer Baumwollprodukte jährlich schätzungsweise um 35%, von 245 Millionen US $ im Jahre 2001 auf 583 Millionen Dollar 2005. Das weltweite Angebot an biologisch produzierten Baumwollfasern war von 6.480 Tonnen während der Ernte von 2000-01 auf 25.394 Tonnen im Erntejahr 2004-05 angestiegen. Während der Ernte 2004-05 wurde in 22 Ländern Biobaumwolle produziert, davon 40% in der Türkei, 25% in Indien, 7,7% in den USA und 7,3% in China (5).  Unbeabsichtigte Vermischungen von ökologischer und gentechnisch veränderter Baumwolle sind im Zuge globaler Warenströme kaum zu vermeiden. Auch absichtliches Mischen dürfte angesichts des deutlich höheren Preises für ökologische Baumwolle nicht ausgeschlossen sein.
Zertifizierungsprogramme und Standards, die den „organic“ Status garantieren, verzichten bislang auf eine analytische Überprüfung dieses Problems.

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